Die Schule des Lebens

Über ein vorgegebenes Thema genau 15 Minuten frei schreiben, was mir alles dazu gerade in den Sinn kommt. Den Schreibfluss sprudeln lassen. Genau das wurde mir beim Coaching von Paro Christine Bolam als Aufgabe gestellt in meinem aktuellen Schreibkurs. So entstand dieser Beitrag und folgender Absatz. An meinen ungefilterten Gedanken lasse ich dich heute teilhaben.

Thema: „Was ich gerne lernen möchte“

Ich möchte gerne lernen, mich nicht für andere zu verbiegen. Dinge frei raus sagen können und vor allem dazu stehen und die Verantwortung übernehmen. Quasi meinem Herzen folgen. Rein, klar und unmissverständlich. Ich möchte das was ich meine, herzlich rüberbringen, eine Kommunikation leben, die deutlich zeigt, wie es ist und keine falsche Schlüsse zulässt. Doch da stellt sich schon wieder ernsthaft die Frage, ob ich das wirklich wirklich will. Ich habe vielleicht etwas zu sagen, das verletzend ist oder wodurch ich selbst nicht gut wegkomme. Will ich das dann auch tatsächlich? So schnell gerät ein Wunsch ins Wanken, wenn er droht Realität zu werden. Ich stelle mir ja nicht nur die Frage, was ich lernen MÖCHTE und nicht sollte, sondern dies sollte dann auch noch gerne stattfinden. Bin ich in Echt so wissbegierig, wie ich es vorgebe zu sein bzw. es den Anschein hat? Lerne ich wirklich gerne? Im Grunde meines Herzens lautet die Antwort sicherlich „ja“. Lediglich die schmerzhaften Erfahrungen in der Vergangenheit lassen mich des anzweifeln. Keiner hat behauptet, dass das Lernen auch wenn es freiwillig und gerne geschieht, einfach sein wird. Ein Zuckerschlecken sieht anders aus. Vielmehr sollte ich mich erstmal fragen, ob ich denn überhaupt schon bereit bin zu lernen. Lernaufgaben stellen sich einem (so auch mir) schließlich täglich genug! Mein Leben bestimmt, welche als nächstes vor meiner Tür steht und ich entscheide in jedem dieser Momente neu, ob ich die Herausforderung annehme oder lieber weiterfahre wie bisher. Wenn ich ehrlich an einem Dazulernepunkt angelange, so geschiet alles automatisch. Deshalb möchte ich lediglich lernen, diese Lernlektionen auch zu erkennen und wach und bewusst annehmen und eventuell sogar lösen können. Jetzt bin ich bereit zum Lernen. JA!

 

Warum sollte ich am Ende etwas nicht möchten, wonach ich ursprünglich den Wunsch hatte?

Kennst du die Bücher von Neale D Walsch: „Ich bin das Licht!: Die kleine Seele spricht mit Gott“ oder „Die kleine Seele und die Erde“?  Darin geht es um eine kleine Seele, die Gott darum bittet, im nächsten Leben lernen zu dürfen, was Vergebung ist. Um vergeben zu können, braucht es jedoch eine andere Seele auf Erden, die ihr etwas entsprechendes antut. Nur so kann die Seele die wahre Erfahrung machen.

Deshalb: Wenn du zum Beispiel das Verzeihen lernen willst, bist du auch bereit die Situation, die du vergeben sollst / kannst gerade dann dankbar anzunehmen? Schließlich hast du dir das ja gewünscht!

 

-> Lernen bedeutet Wachstum. Der Mensch hat von der ersten Sekunde an das Grundbedürfnis zu lernen. Unbewusst. Ich sehe täglich an meinem 2-jährigen Sohn noch den Entdeckerdrang. Deshalb möchte ich dir zusätzlich noch eine kleine Geschichte aus meinem Leben erzählen. Auch zum Thema Vergebung gäbe es etwas zu schildern ja, doch das kannst du später ausführlich in meinem kommenden Buch „Mein Lebenssinn!? – Schmusekatze vs. Löwenmama“ nachlesen. Ich finde hingegen aktuell zur übergeordneten Aufgabe „Lernen“ ein Kind einfach musterhaft treffend und erheiternd 😉

 

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Es hat endlich aufgehört zu regnen. Den ganzen Tag konnten wir keinen Fuß vor die Türe setzen. Aber ich muss dringend etwas abgeben. Ich ziehe Leo über seine Strumpfhose nur kurz die Gummistifel an. Er ist 20 Monate alt und weigert sich mal wieder, sich mit Matschhose und Regenjacke möglichst rasch einzukleiden. Ich habe es wirklich eilig. Dann muss es eben diesmal schnell so gehen. Wir müssen ja nur bis zur nächsten Straße laufen. Eltern tendieren dazu, ihren Kindern irgendwann diktieren zu wollen, was wichtig zu sein hat und was nicht. Ich ertappe mich immer wieder einmal dabei. Momentan bin ich durch meine eigene Hetzerei so blind, dass ich mich mit ihm, nur in Strumpfhosen bekleidet, hinaus in ein Paradies voller Wasserlachen stürtze. An der ersten kleinen kann ich ihn überreden weiter zu laufen. Mama hat es schließlich brandeilig. An der zweiten muss ich ihn schon ein paar Meter zuvor fest an die Hand nehmen. Gerade noch so zerre ich ihn am Wasserloch vorbei. Die bösen Straßenbauer. Können die ihre Arbeit nicht gescheit erledigen? Warum müssen die es Müttern aber auch immer so schwer machen? Und schon kommt die nächste Pfütze. Das ist ja schon fast ein See! Voller Angst bin ich nur den Bruchteil einer Sekunde unaufmerksam und Leo reißt sich los. Ich sehe ihn auf den Mutterschreck drauflos spurten und bis die Neuronen in mir meinen Beinen den Befehl geben „hinterher“ und meinen Armen „einfangen“, hat er schon den ersten Platscher darin vollzogen. Ich rufe: „Leo, BÄH! Leo, raus da! Komm sofort wieder her. Leo, schau mal wie du aussiehst. Leo, du wirst ja ganz nass. Leo pfui! Leo hör auf, das macht man nicht. LEO“. Ich strecke die Hand nach ihm aus, denn selbst habe ich in der Hektik auch nur meine Ballarina´s angezogen. Ein Schritt da rein und meine Füße werden nass. Er schaut mich mit großen und strahlend leuchtenden Augen an. Sie funkeln und glänzen. Er quietscht vergnügt „hihi“ und „eieijiii“ und lacht dabei ganz schelmisch. Von einem Bein auf das andere hüpfend und beobachtet dabei, wie das Wasser an seinen Beinen hoch spritzt. Seine Strumpfhose ist inzwischen schon völlig durchgeweicht und in seinen Stiefeln steht mit Sicherheit auch schon ein Stausee. Er nimmt sein rechtes Bein hoch, wie in Zeitlupe und dann stampft er mit voller Wucht in die Pfütze. Es spritz bis in sein Gesicht hoch. Er kriegt sich vor lauter Lachen fast nicht mehr ein. Ich bin zwischenzeitlich ganz still geworden. Noch vor einer Minute habe ich ihm beinahe vermitteln wollen, dass diese super spannende Pfütze „schlecht“ ist. Dabei kann er daraus so viel lernen: Was passiert, wenn ich da rein trete, wie verhält sich das Wasser wenn ich rein hüpfe, was resultiert daraus, wenn ich keine entsprechende Schutzkleidung trage. Wie fühlt es sich an? Und nun bringt er mir bei, wieviel Spaß so Pfützenhüpfen machen kann…

Lernlektion erkannt, angenommen und teilweise auch gelöst. Bis ich wieder zuhause mit ihm ankomme und das volle Ausmaß überblicken kann… 🙂

Der Schüler wird zum Lehrer und der Lehrer wird zum Schüler.

Willkommen in der Schule des Lebens!

 

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Herzlichen Dank an Pixabay.com für die kostenlosen Bilder

 

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6 Gedanken zu “Die Schule des Lebens

  1. Hallo Susi, oh ja, durch Kinder lernen wir Erwachsenen sooooo viel. Vor allem aber was es bedeutet Spaß und Freude an alltäglichen Dingen zu haben und aus vollem Herzen zu lachen.
    Mach weiter so.
    Alles liebe. Sandra

    Gefällt mir

    1. Das klingt sehr spannend! Ich bin noch inden Kinder-, ach was sage ich… Babyschuhen 😉 und habe überhaupt kein Plan, wie man so etwas aufziehen könnte. Vor allem, wie überwacht man, dass wirklich nur z.B. 5 Min. geschrieben wird? Vertrauen wird da wohl die Antwort sein *grins* Aber hey, jetzt hast mir eine Flause in den Kopf gesetzt 🙂 Ich glaube, da muss ich mich einlesen und informieren zu… DANKE!

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